Berichte des NABU Hambergen aus 2013



Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere getätigte Arbeit und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft vorstellen.


Alle Berichte:

Wolfsland Niedersachsen

Vortrag von Kerstin Andersen

Am 25.10.2013 um 19:00 Uhr hatte Kerstin Andersen zu einem Vortrag über Wölfe im Gemeindehaus von Hambergen eingeladen. Als Wolfsbotschafterin des NABU Hambergen hatte sie sich u.a. auf Schulungen über den aktuellen Kenntnisstand über diese Tiere informiert und wollte nun der Öffentlichkeit die Gelegenheit bieten, ebenfalls etwas über Wölfe in Deutschland zu erfahren.
Mit 18 Zuhörern war die Veranstaltung gut besucht und die Leute kamen nicht nur aus Hambergen, sondern auch u.a. aus Fischerhude.

Der Vortrag war mit vielen interessanten bis lustigen Bildern sehr anschaulich dargestellt. Sowohl Zuschauer, die schon etwas Vorwissen hatten, als auch Leute ohne „Wolfsverstand“ fühlten sich an diesem gelungenen Abend bestimmt sehr gut unterhalten, was sich durch den kräftigen Applaus am Ende bestätigte.

Die Referentin informierte darüber, dass der Wolf sich nicht durch menschlichen Einfluss in Deutschland angesiedelt hat. Es sind niemals Wölfe ausgesetzt worden, auch nicht gezielt. Die ersten Tiere sind von Osten über die Grenzen eingewandert und die meisten sind inzwischen hier geboren.


Besonders bemerkenswert war auch eine Statistik, in der die Anteile der vom Wolf gefressenen Tierarten dargestellt wurde. Den größten Teil stellt das Rehwild; Haustiere – entgegen der verbreiteten Vorurteile – machen einen verschwindend geringen Anteil von unter 1% aus. Der Mensch passt auch nicht in das Beuteschema des Wolfes. Seit es wieder Wölfe in Deutschland gibt, ist kein Wolfsangriff auf Menschen bekannt.
Leider musste allerdings gesagt werden, dass der Wolf nicht in der Lage ist, das Problem der Überpopulation von Wildschweinen zu lösen. Dafür sind die Schweine dem Wolf gegenüber zu wehrhaft. Auch in Zukunft werden die Jäger daher nicht überflüssig werden.

Hier finden Sie mehr Infos zum Wolf. 

(Text: Birgit Neubauer, Fotos: Kerstin Andersen und Stefanie Nass)


Ehrenamtspreis für Jürgen Röper!

Preis der Nds. Umweltstiftung BINGO

 

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung verleiht am 9. September den Niedersächsischen Ehrenamtspreis im Naturschutz an zwei Moorschützer aus Hannover und Hambergen. Der diesjährige Preis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung zeichnet zwei Ehrenamtliche aus, die sich seit mehr als 40 Jahren im Schutz niedersächsischer Moore engagieren. In diesem Jahr wird der Preis geteilt, da es sich „um zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten mit umfangreichen Aktivitäten und Kenntnissen handelt“, so Anne Zachow, Vorstandsvorsitzende der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und gleichzeitig Jury-Vorsitzende. 

Jürgen Röper ist ein im Raum Hambergen aktiver Naturschützer, der immer wieder Freiwillige motiviert, Moorflächen zu entkusseln (Entfernung aufwachsender Bäume und Büsche) oder Entwässerungsgräben zu verschließen. Nur so bleibt das zum Moorwachstum erforderliche Wasser in der Fläche. Auf diese Erfordernisse hat Dr. Reinhard Löhmer, der Preisträger aus dem Landkreis Nienburg, mit seiner Forschung Ende der Siebziger Jahre und in den frühen Achtziger Jahren hingewiesen. Damit leistete er einen wesentlichen Beitrag zur Wertschätzung des Ökosystems Moor.

 

Das Thema Moor ist in Niedersachsen zentral, was sich auch darin zeigt, dass mehr Einreichungen als bei den Preisverleihungen in den Vorjahren eingegangen sind. Dabei zeigt sich eine große Bandbreite an Aktivitäten seitens der Ehrenamtlichen. Diese haben sich sowohl in der Umweltbildung und beim Verschließen von Entwässerungskanälen hervorgetan, wie auch Beobachtungsmöglichkeiten und Exkursionen in die heimischen Moore geboten, Flächenankäufe getätigt und Einflussmöglichkeiten auf hoheitliche Planungen genommen. Diese Unterschiedlichkeit wurde im Rahmen des Festaktes durch den Umweltminister Stefan Wenzel gewürdigt, der die Rolle der Ehrenamtlichen beim zukünftigen Moorschutz des Landes Niedersachsen hervorhob.

 

Mit dem Niedersächsischen Ehrenamtspreis will die Bingo-Umweltstiftung „das herausragende und beispielhafte ehrenamtliche Engagement zum Wohle der Natur und zur Förderung der Umweltbildung anerkennen“, so Anne Zachow. Schließlich brauche die heimische Natur Menschen wie Dr. Reinhard Löhmer und Jürgen Röper! 


Jürgen Röper bewies in 40 Jahren Engagement, wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren ist, um die Ziele des Naturschutzes umzusetzen. Dabei wurde viel für Schmetterlinge, Vögel und Streuobstwiesen erreicht. Bei Wiedervernässungen und Entkusselungen legte Röper selbst Hand an. Er aktivierte Schüler und Ehrenamtliche zu Arbeitseinsätzen, die in tausenden von Stunden dem Moorschutz dienten.

 

„Nur einem Typ wie Jürgen Röper, der die Ärmel hochkrempelt und mit den Menschen deren Umwelt fördert, kann es gelingen, innerhalb von 20 Jahren die Mitgliederzahl einer örtlichen Naturschutz-Gruppe zu verzehnfachen“, sagt Zachow. Dass es nur mit den Menschen und diversen Akteuren geht, hat Röper früh verstanden. Daher hat er auch den 'Grünen Tisch' als Gesprächskreis von Naturschutzgruppen, dem Landkreis, Interessensvertretern und Anliegern ins Leben gerufen, um Meinungen auszutauschen und sich frühzeitig abzustimmen. Auch der Umweltbildung widmet sich Röper in einem außerordentlichen Maße und führte bereits unzählige Menschen durch die Moorlandschaft im Landkreis Osterholz. „Jürgen Röper weiß, dass es wichtig ist, über sein Handeln zu informieren“, so Stefan Wenzel, der Niedersächsische Umweltminister, in seinen Ausführungen. Die umfangreiche Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit sei ein Beleg dafür. Röpers Drang nach Aktivitäten zum Wohle der niedersächsischen Natur ist noch lange nicht erschöpft. Weiter pflanzt er mit seinen Mitstreitern des NABU-Hambergens Hecken und Sträucher und ist als örtlicher Naturschutzbeauftragter tätig. 


Text: BINGO, Fotos: Simona Bednarek, Dietmar Wonneberger


Kindergartentag Frühjahr 2013

Leben erwacht – Natur entdecken und erleben

war das Frühjahrsmotto 2013 des evgl. Kindergartens Wallhöfen, das mit der Fertigung und Ausgestaltung von Insektennistkästen am Familientag Ende Mai 2013 seinen Höhepunkt erreichte. Über 35 Hotels, gefertigt von Müttern, Vätern und Kindern waren das Ergebnis der Gemeinschafts-aktion, die unter der Regie von Frau Stracke mit Unterstützung des KiGa-Teams gründlich vorbereitet und durchgeführt wurde.
Das Technik-Team der NABU-Gruppe Hambergen beteiligte sich sowohl an der Vorbereitung durch Rahmen-Fertigungen, Zuschnitte und Bauteilen für die Innenausstattung, als auch an der Durchführung der Aktion. 

NABU signalisiert Zustimmung 

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte der Vorstand der NABU-Gruppe seine Unterstützung zugesagt, trafen doch Motto und Projekt einen Kernbereich des NABU, nämlich Kinder und Jugendliche an die Natur heranzuführen durch Erleben, Gestaltung, nachhaltiger Begleitung und Betreuung von Projekten. Die praktische Durchführung für den NABU übernahmen Siegi Arndt, Heinz Kramer und Gerold Wieting von der Gruppe Technik.

Projektvorstellung für Eltern

Auf einem der Aktion vorausgegangenen Info-Abend gab das KIGA-Team Hinweise über das Projektziel und den Tagesablauf. 
Jürgen Röper, Ortsgruppenvorsitzender, stellte neben der Organisation des NABU die aktuellen Projekte der Gruppe vor, Claudia Jaeger, Bienenexpertin und aktives NABU-Mitglied, gab Einblicke in die Bienenwelt und deren Nutzen, Wolfgang Vogel wies auf notwendige, intakte Lebensräume für Insekten insgesamt hin. Er warb für eine entsprechende Ausgestaltung des Umfelds, insbesondere des Gartens. Die von ihm favorisierte Wildblumensaatmischung könnten Eltern und auch Kinder gemeinsam einbringen und nachhaltig begleiten. 
Die Gruppe Technik gab praktische Hinweise zum Bau der Kästen, zum Umgang mit Werkzeug und zur Sicherheit für Kinder. 

Ablauf und Ergebnis des Familientages waren überaus beeindruckend: 35 Insektenhotels individueller Ausgestaltung waren das Arbeitsergebnis engagierter Eltern und toll motivierter Kinder, die das ‚einfach Klasse‘ fanden, mit den Eltern was zu bauen.

Inzwischen sind im Kindergarten mehrere ‚Erfolgsmeldungen‘ eingegangen: Bilder zeigen bereits belegte Kästen, Kinder und Eltern berichten, wie sie den fleißigen Bienen bei der Belegung der Röhrchen gespannt zuschauen. Eben auf diesen Effekt der Nachhaltigkeit hatte die NABU-Gruppe gesetzt. Das Projektziel des Kindergartenteams ist somit voll aufgegangen. 

Bericht: G. Wieting, Bilder: KiGa Wallhöfen


Bänke in der Natur

Rast, Ruhe und Naturerlebnis

Rechtzeitig zum Aufbruch der Natur konnte die Gruppe Technik sowohl auf dem Kleinen Heilsberg im Heilsmoor, als auch auf der projekteigenen Streuobstwiese selbst gefertigte Bänke aufstellen.

 

Beide Bänke dienen neben ihrer Funktion als Rast- und Ruhemöglichkeit hervorragende Einblicke in die sie umgebende Natur. Die Bänke sind aus massiven Eichenholz-Elementen, fest verankert, sicher und standfest. Die NABU-Gruppe Hambergen wünscht gute Erholung und erlebnisreiche Natureinblicke. 

Text und Fotos: G. Wieting


Natur als Spiegel der Seele

Vortrag von Burkhard Hoffmann

Über 30 Interessierte Teilnehmer hörten am letzten Freitag gespannt dem Vortrag in dem Gemeindehaus der Kirche zu. Burkhard Hoffmann sprach darüber, die Natur als Weg zur Selbsterkenntnis, Sinnfindung, Bewältigung von Lebensübergängen und Lebenskrisen zu nutzen. Im schönen Gemeindesaal der Hamberger Kirchengemeinde berichtete er über seine Erfahrungen. Er selbst hat seit vielen Jahren die sogenannte Visionssuche praktiziert und bietet sie auch jetzt in Norddeutschland an.

 

'Die Natur rührt an unsere Sehnsüchte und unsere Ängste, in der Natur finden wir uns wieder. Seit Jahrtausenden nutzten Menschen die Natur, um Antworten auf Innere Prozesse und Fragen zu finden.'

 

Viele Völker nutzen naturbezogene Rituale, um eine Selbstfindung zu erreichen. Diese Art der Symbiose mit der Natur ist über die letzten Jahrhunderte besonders durch die Wissenschaften und Industriealisierung in den Hintergrund gerückt. 'Menschen gehen heute eher zum Psychologen als in die Natur, dessen Teil wir sind' bemerkt er. Der Zusammenhang mit der Natur betrifft jeden Menschen, er bemerkt es heute jedoch nicht mehr so wie früher. Der Vortrag war so eindrucksvoll, dass die Zuhörer am Ende erst einmal Luft holen mussten, bevor sie angeregte Fragen und Diskussionen führten. 

 

(Text und Bilder: F.Martin)


Jahreshauptversammlung 2013

Neuer Vorstand gewählt

Die JHV war wiedereinmal ein interessanter Abend mit Gästen und Ehrungen. Es waren 21 Mitglieder des NABU und 4 Gäste anwesend. Die kompletten Berichte und Anlagen sind unter: Das NABU-Jahr 2012 zu finden.


Entkusseln in der Sandkuhle Wallhöfen

mit unseren Freunden vom BUND

Am 16.02.13 trafen wir uns mit 13 Aktiven vom NABU Hambergen und 9 Aktiven vom BUND Bremen zu einem weiteren gemeinsamen Arbeitseinsatz… dieses Mal nicht am Schäferberg… sondern in der Sandkuhle in Wallhöfen. 

In den letzten Jahren ist dort kein Sand mehr abgebaut worden und die Verbuschung bzw. der Baumwuchs hat stark zugenommen. Da dort viele Solitärbienenarten und auch seltene Pflanzen ihren Lebensraum haben, musste also gehandelt werden um das Biotop mit den Arten zu erhalten. Also machten wir uns an die Arbeit und fingen kräftig an zu entkusseln. 

Mit Motorsägen uns Freischneidern sowie einen großen Schredder kamen wir gut voran. Gegen Mittag gab es dann eine leckere Gulaschsuppe von unseren Schlachter vor Ort. An diesem Samstag wurden wir aber nicht fertig mit der Arbeit und so trafen wir uns am 16.03.13 noch einmal mit 14 Personen.

 

Es wurde das restliche Buschwerk geschreddert und es wurden wichtige Sandflächen freigelegt. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, wenn zwei Naturschutzverbände „gemeinsame Sache“ machen! Unser Dank gilt Jan von Oesen, der es uns als Besitzer der Sandkuhle ermöglicht hat, die Arbeiten durch zu führen. Das Projekt wird uns auch weiterhin beschäftigen. 


(Text: jürgen Röper, Fotos: Frank Martin)


Der Häcksler in vollem Einsatz

Vohrlingenhecke gestutzt

Auch in diesem Jahr gab es wieder einen Arbeitseinsatz an der Vohrlingenhecke in Hambergen. Der Häcksler der Gemeinde wurde uns freundlicherweise gleich zur Verfügung gestellt. Bei schönem Wetter wurde die jährliche Pflege mit großem Engagement von ca. 10 Aktiven erledigt. Erstmalig wurde das Schnittgut vor Ort geschreddert. Somit konnte viel Zeit gespart werden. Die Pflege besteht darin, jedes Jahr bestimmte Abschnitte „auf den Stock“ zu setzen.

Schwierig gestaltete sich die Anfahrt des Schredders. Der vorhandene Trecker schaffte es nicht, das schwere Gerät durch den Matsch zu ziehen. Daher wurde kurzerhand ein zweiter Trecker organisiert, der dem ersten „auf die Sprünge“ half. An dieser Stelle ein Dankeschön an den hilfsbereiten Landwirt. Zum Abschluss der ca. dreistündigen Aktion wurde im Trafohäuschen eine leckere Suppe für alle ausgegeben. 
(Text und Fotos: Claus Neubauer)